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Es ist nicht immer alles so, wie es scheint

Aktualisiert: 7. Apr.

Rezension: "Emmas Dreamcatcher"

Emma erwacht in der Klinik, in der auch ihre Mutter untergebracht ist. Das letzte, woran sie sich erinnert, ist der harte Schlag auf ihren Kopf. Ihre Erinnerungen sind düster und verschwommen. Zu ihrer Überraschung ist auch ihr Freund Liam in der Klinik untergebracht. Dabei wird Liam von eigenen Dämonen gequält. Seine kleine Schwester war vor Jahren ebenfalls Patientin in der gleichen Klinik und ist auf tragische Art ums Leben gekommen. Nach anfänglichen Differenzen, bei denen ein Faustschlag ins Gesicht keine unwesentliche Rolle spielt, raufen die zwei sich zusammen und versuchen sich gegenseitig zu unterstützen. Emma wird weiterhin von ihren Erscheinungen heimgesucht und von ihren schaurigen Alpträumen gequält.


Parallel dazu wird in Rückblenden die Geschichte von Stacey, Emmas Ma erzählt. Der Leser erfährt, wie sich die Freundschaft zwischen ihr und Becky entwickelt und wie die Beziehung zu ihrer Schwester Lynn ist. Nach und nach offenbart sich der Grund für Staceys psychischen Zusammenbruch und ihren Aufenthalt in der Klinik.


Doch wie hängen diese Ereignisse miteinander zusammen und welche Rolle spielt dabei Liams Schwester? Seite um Seite kommt der Leser einem Familiengeheimnis auf die Spur, doch an dieser Stelle möchte ich nicht zu viel verraten.


Mit „Emmas Dreamcatcher“ veröffentlicht Jennifer Lösch den 2. Band ihrer Geschichte über Emma und ihre Familie. Der Roman wird aus Emmas Perspektive erzählt. Die Rückblenden, die sich hauptsächlich um Emmas Mutter drehen, werden aus der Erzählperspektiver dargestellt. Wie auch schon im ersten Roman, gelingt es der Autorin durch den Wechsel von gruseligen Träumen und Realität die Spannung bis zuletzt zu erhalten. Die Sprache ist einfach und die Satzstruktur kurz und leicht. Die einzelnen Szenen im Buch beschreibt Jennifer Lösch sehr prägnant und anschaulich. Auch die düstere Stimmung wird wunderbar eingefangen. Emma ist mit ihrer Situation überfordert und ihre Verzweiflung ist nahezu greifbar.


Wie schon im ersten Teil gelingt es Jennifer auch hier die Charaktere nachvollziehbar und liebevoll zu beschreiben. Emma ist ein verzweifelter und traumatisierter Teenager, der aber trotz aller widerstände nicht aufgibt. Ihre Mutter ist eine liebevolle Frau, die plötzlich an ihrem Verstand zweifelt und die anderen Figuren, die den Leser über ihre Motive bis zum Finale im Unklaren lassen.


Obwohl der Anfang etwas holprig ist, schafft es Jennifer Lösch den Leser mitzureißen und durch unerwartete Wendungen und Wirrungen ein überraschendes Ende zu präsentieren. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.


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