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Ist der Mensch wircklich des Menschen Wolf?

Aktualisiert: 7. Apr.

Rezension "Der Wal und das Ende der Welt"


Malerische Idyle, ein kleines Dorf, ein nackter Mann am Strand und ein Wal. Das alles in einer Welt, die nur"zwei Mahlzeiten von einer Anarchie entfernt" ist. John Ironmonger beginnt seinen Roman mit einem unbekannten jungen Mann, der mehr tod als lebendig am Strand von St. Piran gefunden wird. Die Dorfbewohner bringen den jungen Mann zum Arzt und päpeln ihn auf. Zunächst wird dem Leser nicht verraten wer der Mann ist und warum er angespült wurde. Wenig später stranden an dem selben Strand ein Leviathan, der zu ersticken droht. Der unbekannte junge Mann, der nicht in sein Leben zurück kehren möchte, findet diesen am Strand und beginn mit Hilfe der Dorfbewohner eine Rettungsaktion. Sie befördern den Wal zurück ins mehr und die Geschichte nimmt Fahrt auf.


Nach und nach wird den Leser offenbart, dass der unbekannte Mann Joe Haak heißt und warum er im St. Piran angespült wurde. John Ironmonger bedinnt sich dazu einiger Rückblenden. Man erfährt, dass der Mann an der Börse in London arbeitete und ein Computerprogramm entwickelte, welches die durch eine Analyse von allen Zeitungsartikeln die Entwicklung der Börsenkurse vorhersagen kann. Dieses Programm sagt einen häftigen Gippeausbruch in unmittelbarer Zukunft vorraus und damit auch den Stillstand der Welt, wie wir sie kennen. Diese bedrohliche Aussicht wird von John Ironmonger aus verschiedenen Blickwinckeln beleuchtet. Ihm geht es dabei um die Frage, ob bei einer Katastrophe die Reaktionen der Menschen vom Egoismus gezeichnet sein werden ober ob Menschlichkeit und Zusammenhalt dominieren.


"Also, wenn wir die Frage schon nicht für die Gesellschaft insgesamt beantworten können, können wir sie wenigstens für uns selbst beantworten? Wie werden Sie sich verhalten, Joe Haak? Wenn die gesamte Weltordnung um Sie herum zusammenbrechen würde, was würden Sie dann tun?"


Dazu greift er das Werk "Leviathan" von Thomas Hobbes auf. In diesem Werk spricht Hobbes jedem Menschen zu, ein Interesse an seiner Selbsterhaltung zu haben, das den Charakter einer naturgegebenen Pflicht (Gebot der Vernunft) annimmt. Um dieser Pflicht folgen zu können, hat jeder das Recht (ein Naturrecht oder ius naturale), alles zu beanspruchen, was dazu dienlich sein könnte. "Der Mensch ist des Menschen Wolf." Da der Mensch aber auch ein soziales Wesen ist, geht Hobbes davon aus, das der Mensch seine absolute Freiheit aufgibt, um eine Gemeinschaft zu bilden und einen Gesellschaftsvertrag über Werte und Normen abschließt. Das ist dann der Staat, der den einzelnen beschützt. Den Staat vergleicht Hobbes mit einen Seeungeheuer - Leviathan.


Wenige Tage nach den Joe Haak in St. Piran angespült wird, strandet auch ein Wal dort. Joe starten mit den Dorfbewohnern zusammen eine Rettungsaktion, um diesen Wal zurück ins Meer zu befördern. Dadurch, dass alle mit anpacken, retten sie diesen Wal. Später rettet dieser Wal das ganze Dorf. An dieser Stelle will ich nicht zu viel verraten. Allerdings zeigt diese Wal-Metapher deutlich, dass Ironmonger an das Gute im Menschen glaubt. Die Meschen halten zusammen und retten so den Leviathan (Staat/Gemeinschaft), später ist diese Gemeinschat -also der Wal die Rettung für die Menschen.


Insgesamt hat mir dieser Roman ganz gut gefallen. Er ist leicht zu lesen, Zusammenhänge und Handlungen sind nachvollziehbar und die Charaktäre, insbesondere die Dorfbewohnen sind liebevoll ausgearbeitet. Es ist kein literarisches Meisterwerk, dafür fehlt es der Geschichte an Tiefe, aber es spricht doch die Seele an. Von mir gibt es eine klare Leseempfelung.




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