Side im Herbst
- ReadingWitch

- vor 8 Stunden
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Wenn der Sommer zu kurz war, muss man ihn verlängern und das am besten im südlichen Mittelmeer. Dort sind die Temperaturen im Oktober so, wie sie hier in der Pfalz im August (Glutofen) sein sollten. Nämlich warm und angenehm. Nach einer kurzen Beratung im Reisebüro war die Entscheidung über das Ziel schnell gefallen. Die Herbstferien verbringen wir in Side, einer antiken Stadt an der türkischen Mittelmeerküste. Diese historische Stadt liegt nicht weit weg vom Flughafen, bietet wunderschöne Strände und außergewöhnliche Sehenswürdigkeiten.
Bei uns in der Familie sind es die Frauen, die gerne reisen und neue Lieblingsorte entdecken. So hat sich auch die Tradition eingeschlichen, dass meine Mutter und ich einmal im Jahr zusammen verreisen. Mit der Zeit kamen auch die Kinder dazu. Zuerst nur die Große und irgendwann auch die Kleinen. Drei Generationen von Frauen (und mein Sohn) sind unterwegs. Diesmal eroberten wir zu fünft Side und tankten Sonne vor dem langen Winter.

Der Flug von Frankfurt am Main nach Alanya ging an frühen Morgen, also mussten wir mitten in der Nacht am Flughafen sein. Mit drei Kindern ist das schon ein mittleres Abenteuer und zerrt ganz schön an den Nerven. Die Zeit bis zum Abflug verging quellend langsam und als wir endlich im Flugzeug waren, brach die Müdigkeit durch und wir träumten uns in die Türkei. Der Transfer zum Hotel verlief problemlos und trotz der allgemeinen Strapazen einer solchen Reise, waren wir von unserer Unterkunft mehr als nur begeistert. Wir residierten im Mary Palace Hotel in Colakli, nordwestlich von Side, und fühlten uns dort wie in einem Märchen aus Tausend und einer Nacht. Überall gab es prunkvolle Dekorationen aus schweren Stoffen und mit viel Gold. Und es gab Katzen (von den ich leider kein einziges Foto gemacht habe), überall.
Auch unsere Zimmer waren zauberhaft eingerichtet und vom Balkon aus hatten wir einen wunderbaren Blick auf den Pool. Diesen wollten die Kinder auch direkt stürmen. Allerdings kam uns der Hunger dazwischen. Die letzte Mahlzeit lag lange zurück und es wurde Zeit für das Mittagessen. Das Buffet bot alles, was das Herz begehrt. Von einheimischen Köstlichkeiten, bis Pasta und Nuggets für die Kinder war alles dabei. Danach ging es ins kühle Nass. Der Bereich um den Pool ist sehr schön angelegt mit genügend Liegen und aufmerksamen Service. Noch bevor wir unsere Badetücher ausgebreitet haben, wurden uns die Getränke gebracht. Schade fand ich, dass die Pools nicht beheizt wurden. Die Lufttemperatur war bei knapp 30 °C, aber das Wasser war zu kalt. Also ab zum Strand.

Da der Hotelstrand etwa einen halben Kilometer vom Hotel und entfernt war und Bewegung im Urlaub nicht angebracht zu sein scheint, gab es eine hoteleigenen Schatteldienst, der die Gäste in 10 min. Takt zum Meer und wieder zurückbrachte. Auch am Strand waren wir voll versorgt. Es gab eine Bar mit Getränken und Snacks und mittags ebenfalls ein großes Buffet. Zur Bar gehörten Liegen, die mit Schirmen beschattet wurden. Der Sand unter unseren Füßen war fein und weich. Die Kinder bauten ohne Ende Burgen und buddelten Löcher in den Sand. Das kühle Nass war gar nicht kühl, sondern hatte die Temperatur von Badewasser. Das war im Vergleich zum nicht beheizten Pool überaus angenehm. Nach dem Sonnenbad kam das Abendessen und anschließend das Unterhaltungsprogramm.

Wir hatten im Hotel eine All-inclusive Verpflegung und konnten so nahezu rund um die Uhr leckere Speisen genießen. Damit das nicht eintönig wurde, gab es jeden Abend für das Mahl ein anderes Motto. Wir aßen spanische Paela, mexikanisches Chili, italienische Pasta und natürlich Kebab von Grill. Dazu gab es eine riesige Auswahl an Salaten und Vorspeisen, genauso wie auch Nachspeisen.
Rundum mir allem versorgt, konnten wir ausgelassen das Leben genießen. Und da man ja in so einem Urlaub mehr Zeit miteinander verbringt als gewöhnlich, hatte wir viele Gelegenheiten zum Meinungsaustausch. Was früher nur zwischen meiner Mutter und mir stattfand, erreichte nun auch meine große Tochter. Sie liebt es ebenfalls zu diskutieren, kann sehr deutlich ihre Ansichten vertreten und ist in ihrer Haltung sehr stabil. Wir sind drei Frauen mit unterschiedlichen Vorstellungen und gleichen Charakter. Es ging also sehr lebhaft bei uns zu. Und der Austausch von Meinungen endete hin und wieder im Streit, der wiederum aufgrund der schönen Kulisse durch einen Themawechsel entschärft wurde. Außerdem grätschten die Kleinen immer wieder rein und forderten Pfannkuchen mit Schokocreme oder Eis. Paradiesische Zustände für alle.
Damit das alles nicht zu eintönig wird, beschlossen wir einen Ausflug in die Altstadt von Side zu machen. An der Rezeption erklärte man uns, dass wir die Stadt mit dem Bus in wenigen Minuten erreichen könnten. Die Haltestelle befindet sich gegenüber dem Hotel. Was uns allerdings keiner sagte, war dass wir in einen fahrenden Bus springen müssten. Kein Witz - der Bus hielt wegen uns nicht an, er wurde nur etwas langsamer... Wir hechteten also da rein und staunten darüber, dass niemand erstaunt war. Nun gut - andere Länder, anderes Verständnis von Sicherheit.
Der Name der antiken Stadt Side an der türkischen Riviera stammt aus dem Luwischen und bedeutet direkt übersetzt „Granatapfel“ und davon gab es dort jede Menge. Und Es gibt in Side auch sehr viele Sehenswürdigkeiten. Da die Stadt etwa im 7. Jahrhundert v. Chr. gegründet wurde, hat sie sehr viel gesehen und erlebt. Besonders die Römer haben während ihrer Herrschaft einiges hinterlassen. Der Bus setzte uns auch direkt mitten im Geschehen auf einem Parkplatz nicht weit von den Ruinen des Römischen Theaters ab. Es ist ein imposantes Bauwerk, das sicherlich von der höchsten Sitzreihe einen wunderschönen Ausblick auf das Meer bot. Aber meine Kinder hielten mich davon ab, diesen zu erleben. Also weiter in die Altstadt. Da ist für alle was dabei. Es gab malerische Fassaden Möglichkeiten zum Geld ausgeben und natürlich großartiges Essen. Um diesen Ausflug abzurunden, besuchten wir den Apollon-Tempel und machten eine Ausflugsfahrt mit einem Piratenschiff. Danach ging es wieder zum Bus. Die restliche Urlaubszeit nutzten wir am Strand zum Entspannen.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass unser Tripp in die Türkei für uns ein reiner Badeurlaub war. Die meisten Tage verbrachten wir am Wasser und die Abende mit Shopping an der Promenade. Auf dem Basar handelten wir wie Profis...Die Dichte an Designerhandtaschen war hier auch echt überragend. Sicherlich gab es in unserer Umgebung viel mehr zu sehen, aber wir wollten nur ohne Stress die Seele baumeln lasse. Das hat im Mary Palace Hotel super funktioniert. Sorglos und lesend lebten wir eine Woche lang in den Tag hinein. Wir genossen die Sonne, das Meer und das unglaublich leckere Essen.




























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