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Nichts für schwache Nerven.

Aktualisiert: März 12

Rezension "1794"

Eine junge Frau wird in ihrer Hochzeitsnacht auf brutalste Art ermordet und der junge adelige Eric Drei Rosen gerät in Verdacht, der Täter zu sein. Doch die Mutter des Opfers ist von Erics Schuld nicht überzeugt und wendet sich in ihrer Verzweiflung an den ehemaligen Soldaten Jean Michael Cardell, der zusammen mit Emil Winge die Ermittlungen übernimmt.


Der Autor Niklas Natt och Dag beschreibt in seinem Roman "1794" das Leben in Stockholm im 18. Jahrhundert. Einzuordnen wäre die Geschichte im Bereich der historischen Krimis. Es handelt sich um die Fortsetzung von "1793", und wie ich finde, sollte man den ersten Teil gelesen haben, um den zweiten besser zu verstehen. Die Protagonisten sind nahezu die gleichen und die Geschähenisse aus dem ersten Teil werden immer wieder angedeutet, aber nie wirklich verständlich zusammengefasst.


Da ich mit dem zweiten Teil anfing, hatte Schwierigkeiten gehabt, mich in der Geschichte zurecht zu finden. Es gibt immer wieder Anspielungen auf den Vorgängerroman, die sich dem Leser nicht einfach so erschließen. Und somit entstand bei mir der Eindruck, als würde ich den Roman durch einen Schleier wahrnehmen und wesentliche Teile nicht zu fassen kriegen.


Der Plot des Buches ist in seinen Grundzügen interessant, allerdings fehlt in der Geschichte der Rote Faden am Fall entlang. Der Autor beginnt mit einer viel zu langen Schilderung über das Leben eines jungen Grafen, bevor er zum eigentlichen Kriminalfall kommt. Anschließend springt er in seiner Erzählung vom Schauplatz zum Schauplatz und beschreibt ausschweifend Ereignisse, die für die Geschichte keine ersichtliche Rolle spielen. Das Ende kam dann sehr überraschend und abrupt, so dass noch jede Menge Fragen offen blieben und lose Fäden nur notdürftig zusammengeführt wurden. Als ich mit dem Lesen fertig war, hatte ich das Gefühl, dass bei meinem Exemlar so an die 20 Seiten fehlten. Ich war ein wenig enttäuscht, aber der Autor hat einen Cliffhanger für die Fortsetzung geschaffen. Viel Spannung wurde auch dadurch eingebüßt, dass der eigentliche Täter bereits vor der Schilderung des Verbrechns bekannt war. Somit wurde kein richtiger Spannungsbogen aufgebaut, sondern nur kleinere Spannungsblitze durch die Erkenntnisse aus der Ermittlungsarbeit von Cardell und Winge dem Leser präsentiert.


Der Schreibstil och Dag ist flüssig und anschaulich. Ich hatte sofort das Gefühl im mittelalterlichen Schweden zu sein. Er hat die Szenen sehr lebendig und ausdrucksvoll beschrieben. Normallerweise wäre das ein positives Kriterium, doch dieses Buch ist voll von Gewalttaten und Grausamkeitenen, die der Autor auch sehr bildhaft und bis ins letzte Detail ausführt. Diese Schilderungen brachten mich tatsächlich an den Rand des Erträglichen, so dass ich dieses Buch nicht in einem Rutsch lesen konnte, sondern immer wieder zu Seite legen musste.


Fazit

Den ersten Teil und die mögliche Fortsetzung werde ich nicht lesen, da mir die Geschichte zu brutal erscheint. Auch wenn der Stil des Autors aufregend ist, fand ich diesen Roman verwirrend und unnötig grausam.

©2020 ReadingWitch.