Britney Spears erzählt ihre Geschichte
- ReadingWitch

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Rezension "The Woman in me" von Britney Spears

Als die Bilder der komplett kahl rasierten Britney um die Welt gingen, habe ich mich gefragt, welche Situation diese wunderschöne Ikone dazu getrieben hat. Welchem Schmerz wollte sie damit Ausdruck verleihen? Später wurde bekannt gegeben, dass Britney psychische Probleme habe. Sie wurde in eine Klinik eingewiesen und ihr Vater bekam die Vormundschaft über sie. Danach wurde es ruhig um die einstige Popprinzessin.
Doch eingefleischte Fans waren weiterhin aktiv und kämpften für Britney Spears. Unter dem Hashtag #freeBritney wollten sie erreichen, dass die Vormundschaft aufgehoben wird. Und nach einem für Britney erfolgreichen Gerichtstermin veröffentlichte sie ihre Seite der Geschichte.
In "The Woman in Me - Meine Geschichte" erzählt Britney Spears über ihren Aufstieg zur Ikone der 2000er und berichtet über die Gründe, die zu ihrem Zusammenbruch geführt haben. Sie beschreibt ihre Kindheit in einer nicht stabilen Familie, in der sie immer hinter ihren Geschwistern kam. Der alkoholabhängige Vater hat sie immer spüren lassen, dass sie nicht genug ist, während ihre Mutter sie zu einem Leben im Rampenlicht drängte und ihr Aussehen in den Vordergrund stellte. Sie zerrte sie zu Castings und Vorsprechen, wo die junge Britney von Männern begutachtet wurde.
Die 2000er waren für junge Mädchen allgemein keine schöne Zeit. Man wurde ständig nur auf seinen Körper und sein Gewicht reduziert. Die Magazine waren voll mit Diätvorschlägen und erhobenen Zeigefingern. Und für einen jungen Menschen, der auf einmal im Rampenlicht steht, muss das ein unermesslicher Druck gewesen sein. Das beschreibt auch Britney, nachdem ihre Karriere mit dem Song "Baby, one more time" durch die Decke ging. Britney schildert sich selbst als heranwachsendes Mädchen, das nur singen und lieben wollte. Sie suchte Geborgenheit, welche sie in ihrer Familie nicht bekam, und wollte gleichzeitig ihre Leidenschaft für Musik ausleben. Sie wurde ohne Unterstützung und Vorbereitung in die frauenverachtende Maschinerie des Popbusinesses geworfen und von Menschen, die an ihr verdienen wollten, schamlos ausgenutzt. Ab diesem Moment musste sie funktionieren, denn es ging nicht mehr um einfach nur singen, sondern um Millionen von Dollar.
Britney beschreibt, dass sie in der Beziehung zu Justin Timberlake diese Geborgenheit gefunden zu haben glaubte. Wie wir wissen, scheiterte die Beziehung und die Klatschpresse stürzte sich abermals auf Britney. So hangelt sie sich chronologisch durch alle prägenden Ereignisse und Erlebnisse ihres bisherigen Lebens. Viele Kapitel widmet sie verständlicherweise dem Streit um das Sorgerecht ihrer Kinder und der Vormundschaft durch ihren Vater.
Der Schreibstil des Buches ist einfach und trotzdem packend. Britney geht sehr ausführlich und reflektiert auf ihre Gefühle ein. Sie beschreibt ihre Emotionen während der vergangenen Situationen und was sie mit ihr immer noch machen. Das Führte auch dazu, dass es im Text unangekündigte Zeitsprünge gab, die mich ein wenig verwirrten. Trotzdem konnte ich dem Inhalt problemlos folgen und habe dieses Werk in einen Rutsch durchgelesen.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass "The Woman in Me" ein bewegendes Buch ist, in dem Britney Spears ganz offen, aber mit viel Gefühl über ihr Leben als Künstlerin und über die Vormundschaft und damit den Machtmissbrauch durch ihren Vater spricht. Es war für mich verblüffend zu lesen, wie sie erklärt, dass sie selbst für Schokolade ihren Vater um Erlaubnis fragen muss - und das als 40-jährige erwachsene Frau - und trotzdem einen respektvollen Ton anschlägt, wenn es um ihn geht. Nach allem, was sie durchmachen musste, kann ich absolut verstehen, dass sie sich in ihrer Verzweiflung die Haare abrasiert hat. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das auch so schaffen könnte. Britney schaut positiv in die Zukunft und das merkt man auch auf jeder Seite. Hoffentlich kann sie jetzt das Leben führen, welches sie sich wünscht. Von mir gibt es für dieses Werk eine klare Leseempfehlung.







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