Colmar - wie Göttinnen in Frankreich
- ReadingWitch

- 20. Apr.
- 4 Min. Lesezeit

Wohin? Das ist eine berechtigte Frage. Es sollte nicht zu überfüllt sein, aber dennoch ein verlängertes Wochenende ausfüllen können. Eine stilvolle und zentral gelegene Unterkunft ist wünschenswert. Und ganz wichtig: gutes Essen, Getränke und Unterhaltung. Wie entschieden uns für Colmar. Die entzückende kleine Stadt liegt an der Elsässer Weinstraße und bezeichnet sich gern als Hauptstadt der elsässischen Weine. Perfekt für uns, da wir guten Wein lieben.
Ein Mädelstrip ist die perfekte Gelegenheit, dem Alltag zu entfliehen, neue Orte zu entdecken und gemeinsam unvergessliche Erinnerungen zu schaffen. Genau das haben wir gemacht – drei Nächte in Colmar, einer charmanten Stadt im Elsass, die uns mit ihrem besonderen Flair, köstlichem Essen und jeder Menge Spaß überrascht hat. Hier erzähle ich von unseren Erlebnissen, den Highlights und den kleinen Pannen, die unseren Trip so besonders gemacht haben.
Kaum angekommen, hat uns Colmar sofort in seinen Bann gezogen. Doch dann kam die erste Herausforderung: Vor unserer Ferienwohnung im Herzen der Stadt gab es keinen Parkplatz. Auch in der Umgebung fanden wir keine Möglichkeit, das Auto abzustellen. Wir, sechs beeindruckende Frauen, mussten unser Gepäck - und es war wirklich viel - gefühlte 5 km (tatsächlich waren es 500 m) vom Parkplatz zur Wohnung bergauf schleppen. Wir gingen an bunten Fachwerkhäusern vorbei, durch enge Gassen und entlang kleiner Kanäle und fühlten uns wie in einem Märchen, wären da nicht das nervige Scheppern der Rollkoffer auf dem unebenen Kopfsteinpflaster und unsere vom Gepäck schwer gewordenen Arme gewesen. Bis heute habe ich Albträume davon. Doch die Mühe hat sich gelohnt, denn uns erwartete eine gemütliche Ferienwohnung mitten in der Altstadt, die sich als perfekte Basis für unsere Erkundungen herausstellte.
Nach dem Auspacken starteten wir sofort: Ein Spaziergang durch die Altstadt, vorbei an kleinen Boutiquen und Cafés, wäre naheliegend gewesen. Doch wir entschieden uns für einen köstlichen Secco in der Sonne auf der Dachterrasse. Nach den Parkplatzstrapazen war das auch dringend nötig. Es war ein wunderbarer Nachmittag mit inspirierenden Gesprächen unter faszinierenden Frauen. Dabei entstand auch die Idee für eine empirische Studie, die den Zusammenhang zwischen den Jahresringen eines Baumes und dem menschlichen Körper untersuchen sollte.
Selbst für das Abendessen mussten wir uns nicht bewegen, da wir auch dies im Voraus geplant hatten. Alles war vorhanden und es schmeckte hervorragend. Trotz der gemütlichen Atmosphäre wurden wir am Abend unruhig und wollten Colmars Nachtleben erkunden. Unser Ausflug war kurz, da Colmar nur eine begrenzte Club-Szene bietet, was uns jedoch kaum störte. Die Nacht war unvergesslich.
Fröhlich, frisch und munter begannen wir am nächsten Morgen das entspannte Treiben dieser charmanten Stadt zu erkunden. Wir bewunderten die außergewöhnlichen Häuser, schlenderten durch die Souvenirläden und über einen Markt, gaben Geld aus und machten zahlreiche Fotos. Unsere Pausen verbrachten wir in gemütlichen Straßencafés und Weinbars. Die elsässische Küche bietet viele Köstlichkeiten, von Flammkuchen über Sauerkraut bis hin zu Crémant – die Auswahl war groß und lecker. Die Weine rundeten diesen Genuss ab. Ein Highlight des Tages war die Fahrt mit der Bimmelbahn. In kurzer Zeit wurde uns viel von der Stadt gezeigt und die Geschichte erklärt.
Die Suche nach einem Lokal war jedoch nicht ganz einfach, da wir den Fehler gemacht hatten, im Voraus nichts zu reservieren. Trotzdem mussten wir nicht hungern und fanden ein Plätzchen in wunderschöner Atmosphäre. Anschließend ging es weiter zum Karaoke-Singen in die Burlesque-Bar Le Black Velvet, wo wir ebenfalls hätten reservieren sollen. Letztendlich landeten wir im Irish Pub, wo wir den Tag bei Bier und Cocktails ausklingen ließen. Hier bemerkten wir, dass wir in einer Stadt waren, die nicht nur hübsch aussieht, sondern auch viel zu bieten hat. Die Atmosphäre war entspannt und freundlich, ideal für einen Mädelsausflug.

Als Auftakt des neuen Tages machten wir eine Bootsfahrt auf dem kleinen Fluss Lauch, der durch die Stadt fließt. Nach den Erfahrungen des Vortages haben wir diesmal in weiser Voraussicht reserviert. Und so saßen wir mir anderen Passagieren entspannt im Boot, lauschten lachend den leidenschaftlichen Klängen von Celin Dions "My Heart will go on" und genossen Colmar aus einer anderen Perspektive. Bis heute ist uns nicht klar, ob unsere gute Laune die anderen Gäste belustigt oder belästigt hat.
Da insbesondere ich ein wenig verfressen bin, war unser nächstes Ziel das Marché Couvert. Dabei handelt es sich um den Bauernmarkt von Colmar, der in der historischen Markthalle von 1865 stattfindet. Auf dem Marché Couvert entdeckten wir jede erdenkliche Leckerei. Verschiedene Händler verkaufen Obst und Gemüse, ausgewählten Käse und Baguette sowie regionale Spezialitäten. Wir nutzten die Gelegenheit und kauften jede Menge Köstlichkeiten für das Abendessen.
Und wer bei dem vielen Essen noch mehr Essen verträgt, dem kann ich das Lokal L’artémise empfehlen. Die dort gereichten Leckerbissen sind einfach nicht von dieser Welt. Im gemütlichen Ambiente verspeisten wir ein Frühstück, das geschmacklich lange in Erinnerung bleibt. Um wirklich in den Genuss dieser Gaumenfreuden zu kommen, rate ich dringen zu einer Reservierung in Vorfeld.

Den Abschluss der Sehenswürdigkeiten bildete zum Schluss die Freiheitsstatue. Es ist tatsächlich nicht notwendig nach New York zu fliegen, um sich diese Lady anzuschauen. Eine zwölf Meter große Nachbildung wurde zu Ehren ihres Bildhauers am Ortseingang von Colmar errichtet wurde. Der Bildhauer der Lady Liberty Frédéric Auguste Batholdi ist in Colmar geboren.

Colmar verbindet auf einzigartige Weise Geschichte, Kultur und Lebensfreude. Die Stadt ist überschaubar, was das Erkunden entspannt macht, und gleichzeitig gibt es genug zu entdecken, um keine Langeweile aufkommen zu lassen. Für uns war es genau die richtige Mischung aus Abenteuer, Genuss und Erholung. Wir hatten genug Zeit, um neue Erinnerungen zu schaffen und Gespräche für die Seele zu führen. Ungeachtet der zahlreichen Reservierungspannen, war dieser Kurzurlaub eine wunderbare Möglichkeit, dem Akku wieder aufzuladen- Ein Mädelstrip hier bedeutet nicht nur Spaß, sondern auch das Gefühl, gemeinsam etwas Besonderes zu erleben. Wir fühlten uns wie Göttinnen in Frankreich.
P.S.: Für unsere Studie suchen wir noch Freiwillige.




























Colmar ist einfach herrlich. Wir sind dort auch immer wieder.
LG
Wunderschöne Stadt mit wundervollen Frauen,schön geschrieben, genug Informationen um in lachenden Erinnerungen zu schwelgen :-)