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Wellness im Schwarzwald

Was ist der perfekte Ort, um als Familie mit einem Teenager und zwei Kleinkindern einen Kurzurlaub zu machen? Nein, es ist nicht der Freizeitpark mit Erlebnisbad oder die Allinklusive Geschichte am Meer. Nein - es ist ein Trip in ein Wellness-Hotel im Schwarzwald. Ich weiß, es hört sich verrückt an und das war es auch. Verrückt und schön...


Alles fing äußerst harmlos an. Es standen Ferien im Kindergarten und der Schule an. Natürlich hatte ich für diese Zeit Urlaub gehabt, aber keine konkreten Pläne. Unser Teeny hatte eigene Pläne für die Ferien und mein Mann hatte noch keinen Urlaub eingereicht. Unvermittelt erwachte bei mir das Fernweh und ich verfiel der Idee mit den beiden Kleinen für ein paar Tage auf einen Bauernhof zu fahren. Als ich von dieser Idee der Familie beim Abendessen berichtete, fand mein Vorschlag viel Zuspruch und nach einigen Erweiterungsideen einigten wir uns auf eine Wellnessreise. Was als Ausflug zum Bauernhof für mich und die Kleinen begann, wurde also kurzerhand zum Wellnessurlaub für die ganze Familie in den Schwarzwald.


Da wir recht kurzfristig buchten, war die Auswahl an Übernachtungsmöglichkeiten überschaubar. Außerdem sind Hotels mit einem großen Spa-Bereich selten auf Familien ausgerichtet. Trotzdem wurden wir fündig und waren mit unserer Wahl zufrieden. Die Pension an Rain im Elztal würde uns für vier erholsame Nächte beherbergen.


Tag 1. Ankunft

Wunderschöne Dörfer und immergrüne Wälder begrüßten uns, als wir Winden im Elztal erreichten. Bisher bin ich immer nur durch den Schwarzwald durchgefahren, und konnte diese malerischen Landschaften nur von der Autobahn aus betrachten. Doch jetzt waren wir mittendrin. Unser Hotel haben wir schnell gefunden und wurden am Empfang sehr freundlich begrüßt. Die nette Dame zeigte uns das Hotel und führte uns auf unser Zimmer. Von unserem Balkon aus hatten wir eine wunderbare Aussicht auf grüne Wiesen und Wälder. Damit kann die Entspannung beginnen, allerdings müssen wir vorher noch Windeln kaufen.


Der Blick vom Balkon
Ausblick ins Grüne

Nach dem wir ausgepackt und uns frisch gemacht haben, machten wir uns auf den Weg in den nächstgrößeren Ort. Es war später Nachmittag und die Kinder wurden unruhig. Damit die Stimmung nicht kippt, musste dringend was zu essen her. Wir entschieden uns für die Pfeffermühle, ein uriges Lokal in Waldkirch mit tollem italienischem Essen. Auf dem Weg dorthin endeckten wir auch einen Supermarkt. Und da ein Tag ohne kleinere Schwierigkeiten langweilig wäre, verabschiedete sich just in dem Moment, als wir nach dem Einkaufen ins Auto steigen wollten, die komplette Sohle meiner Keilsandaletten. Somit war mein rechtes Bein direkt einige cm kürzer als das linke. Doch Glück im Unglück, denn neben dem Supermarkt war ein Schuhgeschäft. Dort erstand ich ein paar Sneaker, die zwar kein würdiger Ersatz für meine Sandaletten waren, aber uns trotzdem den Abend retten.


Wie der Name schon sagt, gibt es in Waldkirch viele historische Kirchen und andere Sehenswürdigkeiten zu betrachten. Auch galt diese Stadt als das Zentrum der Orgelbauer. Wir waren allerdings vor lauter Hunger nur am Essen interessiert. und nach einem wunderbaren Mahl haben wir den Abend im Hotel eigenen Pool ausklingen lassen.



Tag 2.

Den nächsten Tag starteten wir mit einem reichhaltigen Frühstück und überlegten zusammen mit den Kindern, was wir als Nächstes unternehmen wollen. Das Wetter war herrlich und wir entschieden uns für die Besichtigung der Ruine der Kastelburg und danach für eine Kurze Wanderung zu den Wasserfällen der Teichschlucht.


Mein unsichtiger Ehemann dachte vor der Abreise daran einen Wanderrucksack für uns einzupacken. Und als ich diesen mit Snacks und Ersatzkleidung für die Kinder bestücken wollte, musste ich feststellen, dass der meiste Platz bereits von Kameras und Stativen belegt war. Man(n) muss seine Prioritäten halt klar verteilen (Ironie off).




Wir machten uns also auf den Weg und der erste Halt sollte die Ruine Kastelburg bei Waldkirch sein. Der auf die Burg führende Ritterpfad macht die Geschichte für Kinder lebendig und den Aufstieg weniger anstrengend. Alle paar Meter wurden Ritterstatuen platziert, welche über das Leben der jeweiligen Burgherren erzählen. Die Burg selbst befindet sich auf einem Hügel auf ca. 370 m Höhe und bietet viele schattige Sitzgelegenheiten, die zum Verweilen einladen. Wir machten eine Snackpause genossen dabei die Ruhe im Wald. Die Burganlage ist von der Größe her überschaubar und somit ideal für kleine Kinder. Sie können sich nicht verlaufen und man hat sie immer im Blick. Das Highlight der Ruine ist der 28 m hohe Bergfried, der von innen über eine massive Holztreppenkonstruktion die Möglichkeit bietet, vom Dach aus die Aussicht auf das Tal zu genießen.


Unser nächster Halt ist der Wasserfall der Teichschlucht. Doch damit die Stimmung nicht kippt muss vorher eine Stärkung her. Also machten wir einen Zwischenstopp in einer Eisdiele in Waldkirch. Jeder bestellte sich einen großen Eisbecher. Eis zum Mittagessen - ja das geht.


Die Teichschlucht ist Teil einer der schroffsten Tallandschaften der deutschen Mittelgebirge. Das Tal wurde zwar während vergangener Eiszeiten durch Gletscher überformt, dies ist jedoch wegen der mächtigen Blockschuttüberdeckung wenig augenfällig. Das verblockte Bett des oftmals sehr wasserreichen Baches zeigt gelegentlich typische fluviale Erosionsformen. Die gesamte Schlucht mit ihrem typischen Schluchtwald und montanen Fichten-Tannen-Buchen-Mischwäldern ist als Bannwald-Gebiet ausgewiesen.

Mit dem Auto konnten wir relativ nah an die Teichschlucht ranfahren, so dass die etwas müden Kinder keinen allzu langen Wanderweg vor sich hatten. Der schmale Weg, der entlang dem Bach in die Schlucht führte, war für den Kinderwagen leider ungeeignet. Weshalb wir den breiteren Wanderweg wählten. Nur wenige Meter weg vom Parkplatz eröffnet sich plötzlich eine ganz andere Welt. Wir befinden uns in einem magischen Märchenwald, in dem riesengroße alte Bäume leben und die mächtigen Steine um das Bachbett mit saftigem Moss bewachsen sind. Die Landschaft sieht so unberührt und zauberhaft aus in diesen verschiedenen grünen Tönen, dass ich aus dem Staunen gar nicht rauskomme. Und dann noch der malerische Bach, der sich laut plätschernd durch die Schlucht schlängelt und an den Wasserfällen wunderschöne Regenbögen entstehen lässt.


Leider teilen die Kinder meine Faszination nicht und beginnen sich schnell zu langweilen. Also machten wir kehrt und suchten abermals nach einer Essensstelle.


Tag 3.

Der nächste Tag führte uns in den Steinwasen-Park. Der von einem naturverbundenen Jäger 1973 gegründete Wildpark hat für jeden was zu bieten. Dabei lieg der Schwerpunkt auf dem Naturerlebnis. Eine Vielzahl an unterschiedlichen einheimischen Tier- und Vogelarten, ein Streichelzoo, eine einmalige Wald- und Berglandschaft sowie verschiedene Seen erwartet die Besucher.


Die einzelnen Fahrgeschäfte erhöhen der Spaßfaktor. Alles, was bergab fährt und schnell ist, ist in diesem Park vertretten. Zwei bis zu 800 m lange Rodelbahnen, weitere Indoorbahnen wie der Spacerunner oder der Glätcherblitz sowie eine Wildwasserbahn. Das Besondere an der zuletzt genannten Bahn ist, dass das runde Schlauchboot mit einem Aufzug in die Höhe gefahren wird, um dort den rauschenden Fluss hinabzurasen. Ja, Höhenangst sollte man hier nicht haben. Während meine Kinder die Geschwindigkeit lieben, musste ich oft meine Augen einfach schlissen oder nach oben schauen, um nicht an Schweißausbrüchen zu leiden. Zum Schluss kam noch das absolute Highlight. Mitten durch den Park ist die weltgrößte Erlebnis-Hängebrücke (218 m lang, in 30 m Höhe) gespannt. Zu beiden Seiten der Brücke bietet sich ein unglaublicher Ausblick auf den gesamten Park und die Landschaft drum herum.





Als der Tag im Park endete kam bei uns schon wieder der Hunger. Unsere Große hat sich ein Essen bei Griechen gewünscht, also haben wir uns für das Weinstüble "der Grieche" entschieden. Nach einem reichlichen Mahl ging es wieder in den Hotelpool. Die Kinder lieben das einfach.


Tag 4.

Den letzten Tag wollten wir eher entspannt angehen und endlich mal das Wellness-Programm ausprobieren. Meine große Tochter und ich entschieden uns für eine Gesichtsbehandlung und -massage und mein Mann wollte die ausgiebige Rückenmassage. Nur wer auf die Kleinen aufpasst, war uns noch nicht klar. Wir erarbeiteten ein Schichtsystem zur Kinderbetreuung, damit jeder die Entspannung mitnehmen kann. Und was soll ich sagen - es war herrlich. Nach der Gesichtsbehandlung fühlte sich meine Haut wie ein praller Pfirsich an und ich sah fast genauso jung aus wie meine Tochter - fast...;-). Obligatorisch tauchten wir noch in den Pool ein und erfreuten uns an der wolligen Wärme der Sauna.


Es war ein gelungener Abschluss für einen wunderbaren Kurztripp.


Abreise

Leider geht jeder Urlaub zu Ende. Nach dem Frühstück ging es dann nach Hause. In dem schnuckeligen Hotel wurden wir sehr herzlich aufgenommen und fühlten uns sehr wohl. Und der Schwarzwald ist auf jeden Fall eine Reise wert. Am besten länger als nur drei Nächte. Das Einzige was fehlte, ist ein Kühlschrankmagnet als Erinnerung. Dann bei nächsten Mal....





Quellen

https://www.wikiwand.com/de/Teichschlucht

https://www.steinwasen-park.de/steinwasen-daten-html.html

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