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Eisige Dornen einer blauen Rose

  • Autorenbild: ReadingWitch
    ReadingWitch
  • vor 2 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit

Rezension "Eisige Dornen" von Jonas Moström


Kriminalroman Eisige Dornen
Eisige Dornen

Ein bekannter und begabter Fußballspieler wird tot in seinem Zuhause aufgefunden. Er liegt friedlich in seinem Bett, eine einzelne blaue Rose in den Händen haltend. Die Umstände der Tat sind unklar. Als kurz darauf eine weitere Leiche, ebenfalls mit einer Rose versehen, entdeckt wird, zieht das Spezialteam der Polizei die Psychiaterin Nathalie Svensson hinzu. Schnell wird deutlich, dass der Täter nicht bei zwei Opfern bleiben wird. Er begeht seine Verbrechen in ganz Schweden und zwingt das Ermittlerteam, durchs ganze Land zu reisen. Die Morde folgen stets demselben Muster: Die Opfer sterben friedlich in ihren Betten mit einer blauen Rose in den Händen und ohne Abwehrverletzungen. Für die Polizei und Nathalie Svensson beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Es gibt immer mehr Opfer, ohne dass die Polizei Verbindungen zwischen ihnen herstellen oder einen brauchbaren Ermittlungsansatz finden kann.


"Eisige Dornen" ist der vierte Fall in der Serie um die Ermittler der Polizei und die Psychologin Nathalie Svensson. Obwohl ich die drei vorherigen Bücher nicht gelesen habe, konnte ich der Geschichte gut folgen und mich in die Charaktere hineinversetzen. Die persönlichen Verstrickungen der einzelnen Teammitglieder und insbesondere die Beziehung zwischen Nathalie und dem ermittelnden Polizisten Johan aus den ersten Bänden werden unaufdringlich erklärt, und man erhält auch einen interessanten Einblick in deren Privatleben. Die Psychologin durchlebt eine Trennung und ordnet ihr Leben als alleinerziehende Mutter neu, während Johan seine Rolle als junger Vater findet. Doch die Ermittlungsarbeit in diesem Fall nimmt natürlich den Hauptteil des Romans ein.


Zu Beginn verlaufen die Ermittlungen etwas schleppend. Die Polizei stößt auf keine Anhaltspunkte und gerät immer wieder in Sackgassen. Ab der Mitte des Buches ändert sich dies jedoch, und die Geschichte nimmt rasant an Fahrt auf. Dies wird dadurch verstärkt, dass die Entwicklungen aus verschiedenen Perspektiven erzählt werden, wodurch der Fall von allen Seiten beleuchtet wird. Je weiter die Geschichte voranschreitet und sich der Auflösung nähert, desto häufiger wechselt der Autor die erzählende Perspektive. Dies führt zu einem stetig steigenden Spannungsbogen. Das Ende war für mich tatsächlich überraschend und verwandelte einen einfachen Krimi in einen Roman, der zum Nachdenken anregt und die eigenen Wertvorstellungen hinterfragen lässt.


Verwirrt hat mich jedoch der Titel und das Buchcover. Auf dem Umschlag ist ein verschneites, einsames Häuschen aus der Vogelperspektive abgebildet. Daher nahm ich an, dass mich eine im Winter spielende Geschichte erwartet. Dieser Eindruck wurde durch den Titel "Eisige Dornen" noch verstärkt. Tatsächlich hat Jonas Moström seinen Roman jedoch in die Sommerferien verlegt und das strahlende Wetter ausführlich beschrieben. Betrachtet man den Umschlag jedoch im Zusammenhang mit den anderen Bänden, passt das Design in die Buchreihe.


Insgesamt ist der Krimi "Eisige Dornen" von Jonas Moström eine äußerst solide und unterhaltsame Lektüre, die ich uneingeschränkt empfehlen kann. Mit einem klaren und einfachen Schreibstil erzählt der Autor eine fesselnde Geschichte, die auch nach dem Ende im Gedächtnis bleibt. Er hat die richtige Balance zwischen der persönlichen Entwicklung der Figuren und deren Ermittlungsarbeiten gefunden, wodurch die Charaktere sehr realistisch wirken. Auch waren die Ermittlungen nicht geradlinig, sondern mit Sackgassen und Enttäuschungen verbunden. Diese Reibung verlieh dem Roman zusätzliche Spannung und Würze. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.



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