Löst die Tochter das Familiengeheimnis?
- ReadingWitch

- vor 4 Stunden
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Rezension "Liebste Tochter - du lügst so gut wie ich" von Claire Douglas

Mit der Entdeckung zweier Leichen im Garten beginnt der Thriller "Liebste Tochter - du lügst so gut wie ich." Das zusammen mit dem Klapptext versprach eine spannende Geschichte über "eine Familie voller Lügner, doch nur einer ist der Mörder", die uns tief in die dunkele Geheimnisse einer Familie führt. Doch leider wollte das Buch diese Erwartungen nicht erfüllen.
Die junge Saffy und ihr Mann übernahmen ein Cottage von Saffys Großmutter. Während der Renovierungsarbeiten fanden die Handwerker zwei vergrabene Leichen. Wurden diese zwei Menschen umgebracht? Und wie sind sie dahin gekommen? Fragen, auf die Saffy sofort eine Antwort braucht und deshalb auf eigene Faust ermittelt. Ihre Großmutter Rose ist ihr da keine große Hilfe, da diese aufgrund ihrer Demenz im Heim lebt. Ihre Erinnerungen an die Vergangenheit sind lückenhaft und oft aus dem Zusammenhang gerissen. Zu ihrer Mutter Lorna hat Saffy kein besonders enges Verhältnis. Sie lebt auf Mallorca, doch als sie von der Entdeckung hört, kommt sie zu ihrer Tochter geeilt und unterstützt sie bei ihrer Recherche.
Um Spannung aufzubauen und die Plotentwicklung voranzutreiben, entfaltet Claire Douglas die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven und Zeiten. Sie erzählt diese aus der Sicht der Großmutter (in Form eines Briefes), der Mutter und Saffy. Oft enden die Kapitel mit einem Cliffhanger und einem Vorgriff, wie z. B. "Wie sehr ich mich doch getäuscht habe." Auffällig war auch, dass nach dramatischen Ereignissen, die Handlung stagnierte und auf der Stelle zu treten schien. Das weckte Erwartungen, die doch nicht erfüllt wurden. Der Schreibstil ist insgesamt flüssig und einfach, aber leider nicht mitreißend. Die Beschreibungen der Szenen und Charaktere gehen nicht in die Tiefe, sondern bleiben eher oberflächlich. Die Handlungen der Figuren entsprechen nicht immer der Beschreibung und machen sie damit unglaubwürdig. Die Autorin versucht die innere Zerrissenheit ihrer Protagonisten zu beschreiben und trotzdem bleiben sie eindimensional. Auch fehlte mir eine bedrückende oder aufregende Atmosphäre, die ich von in England spielenden Krimis und Thrillern gewohnt bin. Die Autorin benutzte häufig Wiederholungen, um z. B. die enge Beziehung von Großmutter und Enkelin zu verdeutlichen, doch irgendwann nervten mich diese.
Auch der Plottwist zum Ende des Romans überraschte mich leider wenig. Es wirkte auf mich konstruiert und unrealistisch.
Zusammenfassend kann ich leider keine Leseempfehlung für den Roman "Liebste Tochter - du lügst so gut wie ich" von Claire Douglas geben. Nicht nur dass der Klapptext eine andere Geschichte verspricht, auch die Einordnung in die Kategorie Thriller schein aus meiner Sicht nicht treffend zu sein. Es ist vielmehr ein naives Familiendrama mit langweiligen Dialogen und einer vorhersehbaren Handlung. Als positiv empfand ich den Umgang mit Demenz und Alzheimer. Dieses emotionale und schwere Thema hat sie gekonnt in die Geschichte eingearbeitet und im Gegensatz zum Rest glaubwürdig umgesetzt.







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