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Die Mutter aller Krimis

  • Autorenbild: ReadingWitch
    ReadingWitch
  • vor 16 Minuten
  • 2 Min. Lesezeit

Rezension "Mord im Pfarrhaus"


Mord im Pfarrhaus
Mord im Pfarrhaus

Wenn man gerne Krimis liest, kommt man an Agatha Christies Miss Marple und Hercule Poirot nicht vorbei. Ich hatte bisher nicht das Vergnügen einen ihrer Romane zu lesen gehabt. Das musste ich schleunigst ändern. der Anfang macht ich mit "Mord im Pfarrhaus".


Der Plot des Romans ist recht einfach. Der im Dorf St. Mary Mead unbeliebte Kirchenvorsteher Colonel Protheroe wird tot im Pfarrhaus aufgefunden. Kurz zuvor hat der Reverend Leonard "Len" Clement noch gesagt, dass es ein großer Dienst an der Menschheit sein würde, wenn jemand den Vorsteher ins Jenseits befördert. Diese Äußerung macht den Reverend zum Verdächtigen, doch nach kurzer Ermittlung legen zwei weitere Personen ein jeweils unabhängiges Geständnis ab. Die Verwirrung ist komplett. Zum Glück grenzt das Tatort-Grundstück an den Garten von Miss Marple. Zusammen mit dem Pfarrer, der um sich zu entlasten, den wahren Täter ermitteln will, nimmt sie sich dieses Falls an.


Zu Beginn des Romans werden alle Charaktere vorgestellt. Im ersten Moment ist das etwas unübersichtlich, doch man findet trotzdem schnell in die Geschichte rein. Erzählt wird das Ganze aus der Perspektive des Ich-Erzählers Reverend Clement. Miss Marple spielt zunächst nur eine Nebenrolle, aus der sich nach und nach der Hauptcharakter für viele weitere Krimi-Romane entwickelt. Immer wieder taucht sie auf und erklärt den ratlosen Ermittlern auf eine seht humorvolle und erfrischende Art ihre Sicht der Dinge.


Die Sprache des Romans ist zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, allerdings darf man auch nicht vergessen, dass dieser Roman vor rund 100 Jahren erschienen ist. Mir persönlich hat der Schreibstil sehr gefallen. Agatha Christie beschreibt unaufgeregt und schlicht, aber elegant die Handlung und die Figuren. Wichtige Details werden ganz selbstverständlich und unauffällig in den Text aufgenommen und die Figuren liefern in ihren Dialogen, ohne es zu ahnen Hinweise für die Überführung des Täters. Das ganze verpackte die Autorin in ein Dorfleben, wie man es sich eben vorstellt. Jeder kennt jeden, es wird viel getratscht und Gerüchte werden verbreitet. Und ganz wichtig: Der Pfarrer ist überall dabei. Witzig fand ich, dass die Dorfbewohner untereinander viel redeten, aber sehr wenig mit der Polizei, so dass diese lange im Dunkelt watete.


Das Ganze wurde umrandet vom feinen britischen Humor und einer Spur Ironie, besonders wenn Miss Marple das Wort ergriff. Man kann die alte Dame nur ins Herz schließen. Ihr entging einfach nichts. Durch Beobachtungen und geschickter Analyse gelang es ihr den Fall zu lösen. Sprach sie zu Beginn von mindestens sieben Verdächtigen, ermittelte sie zum Schluss den Täter. Ausgesprochen gelungen ist für mich auch die Auflösung des Falls vor versammelter Mannschaft an Ende des Romans. Schritt für Schritt wird der Tatverlauf nachgestellt und alle losen Fäden bekommen ihren Abschluss.


Mit "Mord im Pfarrhaus" hat Agatha Christie den Auftakt für die Mutter aller Krimis geschaffen. Diese unscheinbare Dame hat es faustdick hinter den Ohren und besticht durch ihren brilianten Verstand und ihre scharfe Zunge. Gerne würde ich sie zum Tee einladen. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.


Agatha Christie

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