Finde den Schlüssel
- ReadingWitch

- vor 49 Minuten
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Rezension "Schlüssel 17" von Marc Raabe

Düster und schockierend beginnt der Romann "Schlüssel 17" von Marc Raabe. Im Berliner Dom wir die entsätzlich zugerichtete Leiche der Dompfarerrin Brigitte Riss vorgefunden. Sie hängt an der decke mit schwarzen Flügeln am Rücken. Die Ermittlungen übernimmt das LKA Berlin und als erster Ermittler vor Ort ins der Kommissar Tom Babylon. Er entdeckt auch den Schlüssel mit der eingeritzten Zahl 17 an einer Kette um ihren Hals. Schnell ist klar, dass das Opfer die Mutter einer Jungendfreundin von Tom Ist. Diese Freundin, er und einige andere Jugendliche fanden während einer Mutprobe vor 20 Jahren in einem Kanal eine männliche Leiche mit ebenso einem Schlüssel. Wenig später verschwand Toms kleine Schwester Viola.
Wie passt das alles zusammen? Auch Tom steht vor einem Rätsel. Seine Vergangenheit hat ihn eingeholt, doch will er den persönlichen Bezug zum Fall nicht offenbaren, aus Angst von diesen nicht mehr bearbeiten zu dürfen. Als Unterstützung bei den Ermittlungen wurde ihm die Psychologin Sita Johanns an die Seite gestellt. Da Toms Werdegang nicht nur aufgeklärte Verbrechen beinhaltet, sondern auch unzählige Dienstaussichtsbeschwerden, soll Sita ihm im Auge behalten und vor Dummheiten schützen.
Der Plott des Romans entwickelt sich sehr vielschichtig und rasant. Nach kurzer Zeit tauchen weitere Todesopfer auf und den Ermittlern wird klar, dass die Hintergründe der Taten bis in die DDR-Zeiten reichen. Der Autor greift hier die illegalen Kinderadoptionen in Ostdeutschland auf. Erzählt wird in unterschiedlichen Zeitsträngen und aus verschiedenen Perspektiven. Die Ermittlungen erfolgen in der Gegenwart, Die Schilderungen um die Mutprobe sowie das Verschwinden vom Babylons Schwester sind im Jahre 1998 angesiedelt. Ein weiterer Erzählstrang zeigt eine geheimnisvolle Frau in einer Psychiatrie, die eine zwanghafte Fixierung auf die Zahl 17 und panische Angst vor dem Teufel hat.
Raabes Schreibstil ist von der ersten Seite an packend und mitreißend. Schnörkellos beschränkt er sich auf das Wesentliche und lässt den Spannungsbogen schnell ansteigen, in dem er nach wenigen Seiten Szenen präsentiert, die für den Leser auf den ersten Blick nicht zusammenhängen. Auf die Beschreibung der Figuren empfinde ich als sehr gelungen. Alle haben charakterliche Tiefe und jede Mendge Ecken und Kanten. Besonders Tom und Sita hüten ihre Geheimnisse, weil das Leben ihnen Misstrauen gelehrt hat. Beide prägen die Ermittlungen mit ihren Motiven und traumatischen Erlebnissen so stark, dass man sich als Leser frag, wer denn hier mehr zu verbergen hat.
"Schlüssel 17" ist der erste Band der vier teiligen Reihe um Tom Babylon und Sita Johanns. Die Handlung ist dynamisch und jede weitere Entdeckung treibt den Roman bis zum überraschenden Ende voran. Es ist ein spannender Auftakt, der zwar in sich abgeschlossen ist und trotzdem mit einem Cliffhanger endet. Vor mir gibt es für diesen Thriller eine Leseempfehlung. Sehr zum Leidwesen meiner Familie habe ich dieses Buch in einem Rutsch durchgelesen und mir direkt die Fortsetzung gekauft. Diese Reihe hat für mich Suchtpotenzial. Wer damit anfängt, wird alles um sich herum vernachlässigen.



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