Wenn Schuld nicht vergeht
- ReadingWitch

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Rezension "Wer die Schuld trägt" von H.S. Palladino

Bjørk Isdahl ist zurück und hat jetzt die Gelegenheit, den Fall weiterzuverfolgen, der ihrer Karriere vor einigen Jahren einen Rückschlag versetzte und die Zusammenarbeit mit der Polizei verhinderte, und ihn möglicherweise sogar zu lösen.
"Wer die Schuld trägt" ist der zweite Band (hoffentlich) einer Serie, die sich um Bjørk Isdahl dreht. Sie ist Psychologin und Profilerin, hat jedoch diese Tätigkeit aufgegeben, nachdem ihr ein folgenschwerer Ermittlungsfehler unterlaufen ist. Jetzt arbeitet sie unter anderem als Wut-Coach und betreut diverse Verurteilte, die eine Bewährungsstrafe erhalten haben. Bjørk hadert mit dieser Situation und möchte zur Polizei zurückkehren, kämpft jedoch auch mit ihren Dämonen aus der Vergangenheit und ist innerlich zerrissen. Als eine Journalistin mit dem Wunsch nach einem Interview auf sie zukommt und ihr von einem Fall einer verschwundenen Frau berichtet, wird Bjørks Neugier geweckt. Nach einigen Zweifeln beschließt sie, der Sache nachzugehen. Schnell stellt sich heraus, dass vor vielen Jahren auch die Tochter dieser Frau verschwand und dieser Fall nie aufgeklärt wurde. Bjørk entdeckt Zusammenhänge zwischen diesem Verschwinden und dem Verbrechen, das sie nicht hatte aufklären können, und beginnt auf eigene Faust zu ermitteln.
Auch in diesem Band gelingt es Palladino, eine bedrückende und düstere Atmosphäre zu schaffen. Der Schreibstil ist dabei sehr nüchtern und auf das Wesentliche reduziert. Sie verzichtet auf unnötige Dramatik und gewalttätige Szenen, ohne die Spannung zu mindern. Die Geschichte erzählt sie aus verschiedenen Perspektiven und in unterschiedlichen Zeitsträngen. Die Leser erleben die letzten Tage vor dem Verschwinden des Mädchens aus ihrer Sicht, während das Verschwinden der Mutter Jahre später im Verborgenen bleibt. Dies steigert den Nervenkitzel und animiert zum Weiterlesen.
Sehr gut gelungen, ist auch die Beschreibung der Figuren. Die Charaktere sind authentisch und ihre Handlungen erscheinen plausibel. Besonders gelungen ist natürlich wie auch im ersten Band die Protagonistin Bjørk Isdahl. Sie ist keine gradlinige Heldin, der alles gelingt, sondern eine Person, die mit jeder Mende Ecken und Kanten daherkommt. Wir bekommen Einblick in ihr Privatleben und stellen fest, dass sie da viele Baustellen hat. Mit einem liebevollen Mann hat sie eine kleine Tochter, doch das Leben als Familie bereitet ihr viel Unbehagen und so flieht sie bei jeder Gelegenheit und stürzt sich in die Ermittlungen. Bjørk wird als sympathische Person voller Widersprüche und innerer Zerrissenheit beschrieben. Ihre Schuldgefühle aus der Vergangenheit treiben sie an und zerfressen sie gleichzeitig. Zwar war ich nicht mit allem einverstanden, was sie getan hat, konnte jedoch ihre Beweggründe durchaus nachvollziehen.
Zusammenfassend gibt es von mir für "Wer die Schuld trägt" von H.S. Palladino eine klare Leseempfehlung. Es ist ein packender und atmosphärischer Thriller im skandinavischen Stil. Und eine gelungene Fortsetzung des ersten Bandes. Lose Fäden aus dem ersten Teil werden miteinander verbunden und weitergestrickt. Der Plot ist zwar ein wenig vorhersehbar, aber dennoch spannend und unterhaltsam. Bin schon gespannt darauf, ob es einen dritten Teil geben wird.
Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst!







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