Mörderische Pfalz
- ReadingWitch

- vor 11 Stunden
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Rezension "Tabak, Tod und Traubenlese"

Der Liebe folgend, bin ich in der Pfalz gelandet. Ohne eine Vorstellung davon zu haben wohin es mich da wirklich verschlägt, begann ich die provinzielle Umgebung kennen zulernen und zu erkunden. Schnelle stellte ich fest, dass die Pfalz nicht nur jede Menge Überraschungen bereithält, sondern auch den besten Wein der Welt. Weinwanderungen, die Mandelblüte, eine unendliche Anzahl an Schlössen, Burgen und Kirchen und natürlich die Elwetritsche verzauberten mich augenblicklich in dieser schönen Region. Die Pfalz wurde zu meiner zweiten Liebe.
Dort, wo Geselligkeit ist, gibt es Eifersucht, erfolgreiche Winzer haben Neider und alte Gemäuer bergen Geheimnisse. Die Pfalz, auch die Toskana Deutschlands genannt, ist nicht nur voller Romantik, sondern auch Nervenkitzel. Inspiriert davon, verfassten die Autorinnen der "Mörderischen Schwestern e. V." eine Kurzgeschichtensammlung mit dem Titel "Tabak, Tod und Traubenlese" (herausgegeben von Moni Reinsch und Susanne Querfurth).
Kurzgeschichten sind in der Literatur eine besondere Kategorie. Die Schwierigkeit besteht darin, auf möglichst wenig Seiten eine interessante Geschichte zu verfassen. Die Handlung muss auf das Wesentliche reduziert werden, gleichzeitig aber spannend und bildhaft sein. Aus Meiner Sicht ist es den Autorinnen dieser Anthologie bestens gelungen. Es sind insgesamt 20 Erzählungen, die Mord und Todschlag zum Thema haben und alle in verschiedenen Regionen der Pfalz spielen.
Der Tod durch Fremdverschulden wird in diesem Buch aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet. Da gibt es ein Ehepaar, das sich gegenseitig loswerden möchte, oder eine Mittelalterliche Verschwörung im Speyerer Dom. Da ist auch der sich selbst verlorene Polizeiermittler, der einem Mörder nachjagt und sich selbst findet, sowie der Triebtäter, der auf ein folgenreiches Date geht. Mir persönliche gefiel die Geschichte aus dem frühen Mittelalter über eine junge Frau. die sich mit Kräutern auskannte und die Hexenverfolgung verhindern wollte.
Viele Autorinnen führen zu vielen unterschiedlichen Schreibstilen. Doch eins haben sie alle gemeinsam: Die Erzählungen sind alle mitreißend und spannen verfasst. Zu keinem Zeitpunkt habe ich mich beim Lesen gelangweilt. Doch es ist nicht nur der Inhalt, der dieses Buch so besonders macht. Herausgegeben wurde es im Rahmen der Jahresvollversammlung der "Mörderischen Schwestern" im November 2025. Diese Vollversammlung war Teil des Ladies Crime Festivals, zu dem nicht nur alle Autorinnen des Vereins geladen waren, sondern auch Blogger. Auch ich war eingeladen und hatte die Möglichkeit außergewöhnliche Frauen, die genauso wie ich Krimis lieben, kennenzulernen. Die "Mörderischen Schwestern" ist ein Netzwerk für krimischreibender Autorinnen. Es verbindet sie die Leidenschaft für das Lesen und Schreiben von Büchern und natürlich Nervenkitzel. Diese wunderbaren Frauen unterstützen sich gegenseitig und fördern damit die Entwicklung der deutschen Kriminalliteratur. Sie fühlen sich der Region, in der sie leben und schreiben und die sich vom Saarland über die Nordpfalz und Teile von Baden-Württemberg und Hessen bis in die Südpfalz erstreckt, sehr verbunden und engagieren sich hier auch ehrenamtlich.
Zusammenfassend gibt es von mir für "Tabak, Tod und Traubenlese" eine absolute Leseempfehlung. Wer die Pfalz mag, wird diese Anthologie lieben. Mit verschiedenen Autorinnen entdecken die Lesenden unterschiedliche Epochen und Regionen an der Weinstraße und tauchen in alle möglichen Sichtweisen rund um Mord und Todschlag ein.
Mitwirkende Autorinnen:
Martina Bellanova, Gudrun Bendel, Christine Bonvin, Jutta Büsscher, Monika Deutsch, Anna Dross, Babette Fritzsching, Stefanie Gregg, Anne Hechenberger, Angelika Lauriel, Katja Montejano, Heidi Moor-Blank, Ingrid Noll, Susanne Querfurth, Ingrid Reidel, Moni Reinsch, Kirsten Sawatzki, Regina Schleheck, Petra Treiber und Fenna Williams.













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