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Des Schrebergartens tödliche Idylle

  • Autorenbild: ReadingWitch
    ReadingWitch
  • vor 2 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit
Rezension "Wer die Kohlmeise stört" von Martina Pahr

Schrebergarten
Wer die Kohlmeise stört

Wer hätte gedacht, dass ein Roman über Schrebergärten so unterhaltsam sein kann? Martina Pahr hat mit Wer die Kohlmeise stört ein Buch geschrieben, das nicht nur Naturfreunde, sondern auch Fans von humorvoller cosy-crime Literatur begeistert. Wer also Lust hat auf eine Geschichte, die einen zum Schmunzeln bringt und gleichzeitig einen charmanten Blick auf das Leben im Schrebergarten wirft, ist hier genau richtig.


Es beginnt ganz harmlos. Blauer Himmel, Vogelgezwitscher und drei Frauen beim Kaffee. Plötzlich wird diese Idylle von einem panischen Schrei gestört, und schon sind die Lesenden mitten in der Geschichte. Erzählt wird diese aus der Ich-Perspektive von Valentina, einer Kinderbuchillustratorin und Schrebergartenbesitzerin. Ihre beiden Gefährtinnen sind Barbara, genannt "die Lerche" und die rüstige Rentnerin Elfriede, genannt "Friedel", die ebenfalls einen Garten besitzt. Der Schrei kam aus dem Nachbargarten und der Grund dafür ist der schöne als auch tote Sebastian. Die offizielle Todesursache steht schnell fest. Sebastian starb an einem anaphylaktischen Schock wahrscheinlich ausgelöst durch einen Binnenstich.


Doch die drei Damen sind von dieser profanen Todesursache nicht überzeug, wittern böses und beginnen auf eigene Faust zu ermitteln. Der Schrebergarten dient dabei als Setting. Es ist wie ein Mikrokosmos, der auf kleinstem Raum unterschiedliche Charaktere und Motive mit einander vereint. Die Ermittlungen werden im Miss Marple-Style inszeniert und durch eine ordentliche Portion krimineller Energie unserer drei Ladies abgerundet. Sie greifen doch auf sehr unkonventionelle Methoden, um an die notwendigen Informationen ranzukommen. Dabei bleibt der Humor stets leicht und liebevoll, ohne ins Alberne abzurutschen.


Was Wer die Kohlmeise stört besonders macht, sind die Figuren. Sie könnten direkt aus der eigenen Nachbarschaft stammen. Da wären erstmal unsere Protagonistinnen, die sehr unterschiedlich sind und doch miteinander harmonieren. Sie passen in keine Schublade und erscheinen aus diesem Grund sehr realistisch. Auch die anderen Figuren haben alle ihre persönlichen Wiedererkennungsmerkmale, mal ist es der Dialekt, die Haarfarbe oder die eigene Einstellung zum Leben. Entsprechend diesen Merkmalen sind auch die Handlungen und Motivationen dieser Charaktere aufgebaut. Martina Pahr versteht es, diese Charaktere mit viel Witz und einem Augenzwinkern zu beschreiben. Man fühlt sich fast wie ein stiller Beobachter, der heimlich über den Gartenzaun lugt und die kleinen Dramen verfolgt. Besonders gelungen ist die Balance zwischen Humor und den echten Gefühlen der Figuren – mal frustriert, mal hoffnungsvoll, immer authentisch.


Was das Buch besonders macht, ist der Humor, der nie aufgesetzt wirkt. Martina Pahr schreibt mit einem feinen Gespür für Situationskomik und einem liebevollen Blick auf die kleinen Macken ihrer Figuren. Dabei bleibt der Ton immer freundlich und warmherzig und gleichzeitig recht ironisch. Die Autorin hält die Spannung durchweg auf einem konstanten Level, in dem sie unsere drei Ermittlerinnen immer wieder zu Sackgassen führt und die Lösung nur Schicht für Schicht freilegen lässt. Zum Schluss gibt es die Auflösung vor versammelter Mannschaft wie bei Agatha Christies Ms. Marple.


Zusammenfassend kann ich eine überzeugte Leseempfehlung geben. Cosy-crime mit schrulligen, liebenswerten und manchmal ein bisschen verrückten Charakteren vor dem idyllischen Hintergrund einer Schrebergartenanlage mit viel feinem Humor und Ironie. Was will man mehr? 



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